Magnetische Loop Antenne
Für Funktechnik-Interessierte, die überwiegend im Innenraum hören müssen, ist die magnetische Loop-Antenne eine sehr gute Lösung. Im Gegensatz zu Drahtantennen koppelt die Loop hauptsächlich an das magnetische Feld der Funkwelle und ist dadurch deutlich unempfindlicher gegenüber elektrischem Störnebel aus Netzteilen, LED-Lampen oder Computern. Das macht sie besonders für den Betrieb in Wohnungen attraktiv.

Eine einfache Empfangsloop lässt sich aus Kupferrohr aufbauen, das zu einem geschlossenen Kreis oder Quadrat gebogen wird. Kupfer bietet eine hohe Leitfähigkeit und sorgt für gute Güte der Antenne. Gespeist wird die Loop entweder kapazitiv oder induktiv, häufig über eine kleine Koppelschleife oder einen Drehkondensator zur Abstimmung. Gerade bei Kurzwelle ist eine Abstimmung notwendig, da die Loop schmalbandig arbeitet.
Ein großer Vorteil der Loop ist ihre Richtwirkung. Durch Drehen der Antenne lassen sich Störquellen gezielt ausblenden, was im Innenraum oft wichtiger ist als maximale Signalstärke. In der Praxis erreicht eine gut abgestimmte Kupferrohr-Loop im Zimmer häufig bessere Empfangsergebnisse als ein langer Draht in gleicher Umgebung.
Kupferrohr
Als Material eignet sich weiches, biegsames Kupferrohr sehr gut. Auch Alu Flachmaterial kann man verwenden, obwohl es etwas schlechter leitet. Ich habe zwei Meter Kupferrohr verwendet, komme also auf einen Durchmesser von ca. 65 cm. Anfangs nahm ich ca. 6 mm dickes Material, inzwischen bin ich auf 12mm umgestiegen. Es lässt sich stabiler aufbauen und die Antennen wird dadurch gutmütiger und breitbandiger.
Material bei Amazon:
- Biegsames Kupferrohr, verschiedene Durchmesser
- RG-58 Koaxialkabel für Koppelschleife
Mit oder ohne Koppelschleife?
Die klassische Bauart ist mit Koppelschleife. Sie muss sehr exakt mit dem Drehkondensator abgestimmt werden und man muss ständig nachregeln. Ihr Frequenzbereich ist vergleichsweise geringer. Inzwischen bevorzuge ich eine Loop ohne Koppelschleife. Ich stimme sie ebenfalls mit einem Drehkondensator ab, verwende jedoch zusätzlich einen "Nooelec LNA" Vorverstärker. Diese Kombination bringt erstaunlich gute Ergebnisse und zwar erstaunlicherweise schon ab Langwelle (60 kHz Zeitzeichensignal) bis über die gesamte Kurzwelle bis hoch in den VHF- und sogar UHF-Bereich. Sie ist also viel breitbandiger und sehr schön ruhig.
Koppelschleife
Die Koppelschleife hat eine ungefähre Länge von ca. 1/5, also 20% der Loop. Bei 65 cm Durchmesser sind das ca. 13 cm. Am besten man fertigt sie aus 40 cm Koaxialkabel wie auf dem Foto zu erkennen:

Drehkondensator
Ob mit oder ohne Koppelschleife braucht man auf jeden Fall zum Abstimmen der Antenne einen Drehkondensator. Auf dem Foto ist gut zu erkennen, wie man die Kabel verlöten muss.

Ohne Koppelschleife mit oder ohne LNA
Da ich von dieser Antenne so begeistert bin, habe ich sie "DX Loop" genannt. Ich verwende wieder 2 Meter Kupferrohr, aber dieses Mal die dicke Variante mit 12 mm Durchmesser. Außerdem braucht man einen Drehkondensator. Ich nehme einen mit insgesamt 1500 pF.

Zusätzlich verwende ich den ► "Nooelec Lana HF" (Amazon), ein sehr rauscharmer Vorverstärker von 50 kHz bis 150 MHz. Als Stromversorgung benutze ich eine ► Powerbank mit der Option für Dauerspannung (Amazon), sonst schaltet sie sich ständig ab wegen der zu geringen Last.

Der Drehondensator. Die Segmente zu je 500 pF sind parallel geschaltet und lassen sich mit Schaltern an und ausschalten.

Der Nooelec "Lana HF" ist unter der Loop montiert...

...und wird mit der Powerbank versorgt.

Videos
Man kann die DX Loop auch ohne LNA verwenden. Hier im Vergleich zur Youloop mit LNA.
Die klassische Magnetic Loop ohne LNA mit Koppelschleife
Magnetische Loop mit Koppelschleife an mehreren Empfängern ausprobiert. Yaesu FRG-7, Tecsun S2000, Lowe HF-150, AOR 8600, FIFI SDR und weiteren.