Fotografie Schnellanleitung
Gerade als Fotografie Anfänger ist man anfangs überfordert durch die vielen neuen Begriffe und technischen Zusammenhänge bei einer anspruchsvollen Kamera. Sobald man den Automatik Modus verlässt und auf "Manuell" umstellt, muss man ein wenig über Fotografie lernen. Hier eine Kurzanleitung und ein Link zu einem online Kamerasimulator, wo man das alles ausprobieren kann.
Bei ungünstigen Lichtverhältnissen oder unfotogenen Motiven ist es eine Kunst, NICHT auf den Auslöser zu drücken. Andreas Feininger
Blende
Kleine Blendenzahl (z.B. 2,8) = Die Blende ist weit geöffnet. Nur das anvisierte Objekt ist scharf, der Rest verschwimmt. Nennt sich "Bokeh" (japanisch für unscharf). Man nennt den Effekt "frei stellen". Geringe Schärfentiefe.

Große Blendenzahl (z.B. 11) = Die Blende verengt sich. Alles von vorne bis hinten ist scharf. Hohe Schärfentiefe.
Belichtungszeit
Kurze Belichtungszeit (z.B. 1/1000 Sekunde) = Es wird nur ein ganz kurzer Moment aufgenommen. Schnelle Bewegungen können scharf und verwacklungsfrei aufgenommen werden, aber es gelangt auch nur sehr wenig Licht auf den Sensor (oder den Film). Es muss also entsprechend hell sein durch Tageslicht, Kunstlicht oder einen Blitz.

Lange Belichtungszeit (z.B. 1 bis 10 Sekunden) = Eine für die Fotografie ziemlich lange Zeitspanne. Bewegungen erscheinen verschwommen. Für abendliche Landschaftsfotografie oder Astrofotografie geeignet, wenn nur wenig Licht zur Verfügung steht. Ein Stativ ist hier Pflicht oder zumindest eine Ablagemöglichkeit mit Selbstauslöser. Kenner nennen das "Low Light Fotografie".


ISO Empfindlichkeit
Wenn die Lichtverhältnisse schlecht sind kann man die ISO Empfindlichkeit erhöhen. Tagsüber würde man meist ISO 100 bis 200 einstellen, in der Dämmerung ISO 400 - 1600. Manche Kameras schaffen sogar bis 3200 oder mehr, ohne dass das Farbrauschen zu srörend wird. Je geringer die ISO Zahl, desto geringer ist das Rauschen im Bild und umgekehrt.
Hier ist das Bildrauschen bei sehr hoher ISO Zahl deutlich zu erkennen... Kameras mit kleinen Bildsensoren rauschen stärker (Kompaktkameras, Handy-Kameras)

Größe des Bildsensors
Je größer ein Bildsensor ist, desto mehr Licht kann er auffangen und desto geringer ist das Bildrauschen. Als Maßstab dient das frühere Filmformat 24 x 36mm. Wenn der Sensor diese Größe hat, nennt man das Vollformat. Solche Kameras sind Profis oder Semiprofis vorbehalten und kosten viel Geld.

Viele gehobene Amateurfotografen benutzen Kameras mit einem etwas kleineren APS-C Bildsensor. Die Größen der Kamerahersteller schwanken etwas. Bei Canon sind es 22,2 x 14,8mm
Universalkameras - Bridgekameras
Sogenannte "Bridgekameras" (Bridge = Brücke) sind Alleskönner (mit Einschränkungen) und haben oft einen noch kleineren 1 Zoll Sensor (manchmal noch kleinere). Es sind keine Spiegelreflex- oder DSLR Kameras! Mit diesen kann man maximal bis ISO 400 oder vielleicht sogar 800 gehen, aber dann beginnt das störende Bildrauschen. Bridgekameras haben den Vorteil, dass sie einen extrem großen Brennweitenbereich haben und man das Objektiv nicht wechseln muss. Mit ihnen ist man so gut wie jeder Situation gewachsen, wenn die Erwartungen an die Bildqualität "normal" sind.
Eine Lumix FZ1000 ist fast allen Situationen gewachsen (für Amateurniveau)

Kompaktkameras und Handy-Kameras
Das untere Ende der Fahnenstange. Hier werden extrem kleine Bildsensoren verwendet, die immer gutes Licht brauchen und immer eine sehr große Schärfentiefe haben. Ein "Bokeh-Effekt", bei dem der Hintergrund verschwommen ist, gelingt nur mit größeren Bildsensoren oder wenn man extrem nah ran geht. Die Stärke der Handy-Kameras sind Objekte, an die man sehr nah herangehen muss. Für diese sogenannte Makrofotografie sind Handys sehr gut geeignet. Hier wirkt der Hintergrund dann sogar verschwommen.

Und was ist mit Videos?
Heutzutage können eigentlich alle Kameras auch Videos aufnehmen. Besonders Bridgekameras werden gerne für Videos genommen, da sie einen extrem großen Brennweitenbereich haben und man elektronisch zoomen kann. Um die Tonqualität zu verbessern steckt man ein externes Mikrofon auf den Blitzschuh.
In diesem Video zeige ich, wie ich ein externes Mikrofon mit einer Bridgekamera verwende, um die Tonqualität zu verbessern. Beispiel für ein günstiges aber sehr gutes